Ein einsilbiger Tag

Es ist Tag und längst nicht mehr Nacht. Der Specht sitzt auf dem Baum und klopft: „Tock tock tock“. Ein Spatz fliegt und singt: „Piep piep piep“. Ein Mann steht vor dem Haus, guckt hoch zum Spatz, seufzt, lacht und geht los.

Sein Weg führt ihn ins Grün. So schön der Tag. Er läuft, pfeift und lacht. Er geht und denkt, fühlt den Wind so warm auf der Haut. Doch ganz kalt ist sein Herz, denn die Frau ist so fern. Oh weh! Er weint.

Nun sieht er das Feld und trifft eine Maus. „Fiep fiep“ sagt die Maus. „Hallo“ grüßt der Mann und zieht von dann‘.

Schon ist er am Wald. Dort sind Fuchs und Has‘, Frosch und Reh im Gras. Es ist nett und bunt, das freut sein Herz. Doch trotz Tier und Grün bleibt allein‘ der Mann – so groß ist sein Leid. „Quak quak“ weint der Frosch mit dem Mann.

Die Nacht kommt bald, schon ruft der Kauz. Der Mann macht schnell kehrt und eilt heim. Doch zu Haus‘ – ach nein! Das kann doch nicht sein! Da steht vor der Tür: die Frau. Die Frau so nah, ihm wird ganz warm. Was war das für ein Tag.

Hand greift in Hand.

Mund triff Mund.

Kuss.

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